| 1. | Kalbermatter, Philipp Die Leuker Suste im Mittelalter In: vol. 58, pp. 1-14, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Die Leuker Suste im Mittelalter},
author = {Philipp Kalbermatter },
year = {2026},
date = {2026-08-29},
urldate = {2026-08-29},
volume = {58},
pages = {1-14},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Die mittelalterliche Suste hat dem heutigen Dorf Susten seinen Namen gegeben, aber erstaunlicherweise ist eine nähere Beschäftigung mit der Geschichte dieses Gebäudes bisher weitgehend ausgeblieben. Im November 2008 nahmen die Fachleute Roland Flückiger-Seiler und Werner Bellwald, Vertreter der Gemeinde Leuk und Privatpersonen einen Augenschein. Ein Bericht vom 21. November 2008 unterstrich den positiven Eindruck, den der leerstehende und bisher vernachlässigte Gebäudekomplex noch immer ausstrahlte. Eine fotografische Dokumentation hielt 2009/2010 den aktuellen Zustand fest. Die dendrochronologische Analyse lässt vermuten, dass die ältesten Teile des heutigen Baus aus dem späten 15. Jahrhundert stammen. Die im Auftrag der Gemeinde Leuk vorgenommenen Untersuchungen wurden um ein historisches Kapitel erweitert und resultierten 2011 in einem umfangreichen unveröffentlichten Forschungsbericht.
Der vorliegende Beitrag stellt im ersten Teil verschiedene Fragen zur Geschichte der Suste im Mittelalter und liefert Antworten gemäss dem aktuellen Forschungsstand. Die Dokumentation im zweiten Teil enthält rund drei Dutzend Regesten und Quellenauszüge vom 13.-16. Jahrhundert in chronologischer Reihenfolge samt Belegstellen und Quellenverweisen. Sie entstand anlässlich des oben erwähnten Forschungsberichtes und wurde später um einige interessante Angaben ergänzt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.},
keywords = {Einzelne Bauten, Leuk, Mittelalter, Verkehr},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Die mittelalterliche Suste hat dem heutigen Dorf Susten seinen Namen gegeben, aber erstaunlicherweise ist eine nähere Beschäftigung mit der Geschichte dieses Gebäudes bisher weitgehend ausgeblieben. Im November 2008 nahmen die Fachleute Roland Flückiger-Seiler und Werner Bellwald, Vertreter der Gemeinde Leuk und Privatpersonen einen Augenschein. Ein Bericht vom 21. November 2008 unterstrich den positiven Eindruck, den der leerstehende und bisher vernachlässigte Gebäudekomplex noch immer ausstrahlte. Eine fotografische Dokumentation hielt 2009/2010 den aktuellen Zustand fest. Die dendrochronologische Analyse lässt vermuten, dass die ältesten Teile des heutigen Baus aus dem späten 15. Jahrhundert stammen. Die im Auftrag der Gemeinde Leuk vorgenommenen Untersuchungen wurden um ein historisches Kapitel erweitert und resultierten 2011 in einem umfangreichen unveröffentlichten Forschungsbericht.
Der vorliegende Beitrag stellt im ersten Teil verschiedene Fragen zur Geschichte der Suste im Mittelalter und liefert Antworten gemäss dem aktuellen Forschungsstand. Die Dokumentation im zweiten Teil enthält rund drei Dutzend Regesten und Quellenauszüge vom 13.-16. Jahrhundert in chronologischer Reihenfolge samt Belegstellen und Quellenverweisen. Sie entstand anlässlich des oben erwähnten Forschungsberichtes und wurde später um einige interessante Angaben ergänzt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. |
| 2. | Bellwald, Werner Werner Bellwald, Ein Gang durch die Alte Suste von Susten/Leuk. Eine kommentierte, kurze Fotodokumentation In: vol. 58, pp. 15-22, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Werner Bellwald, Ein Gang durch die Alte Suste von Susten/Leuk. Eine kommentierte, kurze Fotodokumentation},
author = {Werner Bellwald },
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|
| 3. | Anthenien, Irmgard Ludwina Anthenien-Hallenbarter. Die Lebensgeschichte meiner Grossmutter und ihrer Familie In: vol. 58, pp. 23-72, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Ludwina Anthenien-Hallenbarter. Die Lebensgeschichte meiner Grossmutter und ihrer Familie},
author = {Irmgard Anthenien},
year = {2026},
date = {2026-08-29},
urldate = {2026-08-29},
volume = {58},
pages = {23-72},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Es ist wenig bekannt über das Leben von Witwen und ihre Stellung in der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Studien werden sie meistens nur am Rande erwähnt oder sind nur mitgemeint. Insbesondere über Witwen aus der Unterschicht gibt es kaum schriftliche Zeugnisse.
Am Beispiel von Ludwina Anthenien-Hallenbarter (1878-1969) wird das Leben einer Witwe in einem ländlich geprägten Bergdorf des Oberwallis nachgezeichnet. Sie lebte in Obergesteln, wurde 1916 Witwe und auch sie hinterliess keine schriftlichen Aufzeichnungen über ihr Leben. Deshalb wird ihre Lebensgeschichte anhand von biografisch-narrativen Interviews mit elf ihrer Enkelkinder, ergänzt durch eigene Erinnerungen, rekonstruiert.
Die Arbeit zeigt zuerst die theoretischen Grundlagen von Biografie und Erzählen und den Unterschied zwischen Lebenslauf und Biografie auf. Weiter wird das methodische Vorgehen bei der biografisch-narrativen Gesprächsführung erläutert. Es wird beschrieben, wie die Auswahl der
Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und die Durchführung der Interviews erfolgten. Schliesslich erfolgt eine Analyse der Interviews, die Resultate der Interviews werden zusammengefasst wiedergegeben.
Recherchen zum persönlichen Umfeld der Familie klären deren Situation nach dem Tod des Grossvaters, und es wird nach Antworten auf die in den Gesprächen aufgetauchten offenen Fragen und Unklarheiten gesucht. Um die damalige Lebenssituation besser zu verstehen, folgen Informationen zur Geschichte von Obergesteln; es wird ausserdem die gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Witwen in der Schweiz vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre analysiert, mit einem besonderen Fokus auf das bäuerlich geprägte Wallis.
Abschliessend werden die Ergebnisse aus den Recherchen und die Interviews zusammengeführt, so wird das Leben der Grossmutter als Witwe, Mutter und Bergbäuerin nachgezeichnet.
Der vorliegende Beitrag ist eine gekürzte Version der Schlussarbeit, welche die Autorin im Rahmen des universitären Weiterbildungszertifikats CAS «Lebenserzählungen und Lebensgeschichten» 2024 an der Universität Freiburg verfasste.},
keywords = {Biographien, Gesellschaft},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
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Es ist wenig bekannt über das Leben von Witwen und ihre Stellung in der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Studien werden sie meistens nur am Rande erwähnt oder sind nur mitgemeint. Insbesondere über Witwen aus der Unterschicht gibt es kaum schriftliche Zeugnisse.
Am Beispiel von Ludwina Anthenien-Hallenbarter (1878-1969) wird das Leben einer Witwe in einem ländlich geprägten Bergdorf des Oberwallis nachgezeichnet. Sie lebte in Obergesteln, wurde 1916 Witwe und auch sie hinterliess keine schriftlichen Aufzeichnungen über ihr Leben. Deshalb wird ihre Lebensgeschichte anhand von biografisch-narrativen Interviews mit elf ihrer Enkelkinder, ergänzt durch eigene Erinnerungen, rekonstruiert.
Die Arbeit zeigt zuerst die theoretischen Grundlagen von Biografie und Erzählen und den Unterschied zwischen Lebenslauf und Biografie auf. Weiter wird das methodische Vorgehen bei der biografisch-narrativen Gesprächsführung erläutert. Es wird beschrieben, wie die Auswahl der
Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und die Durchführung der Interviews erfolgten. Schliesslich erfolgt eine Analyse der Interviews, die Resultate der Interviews werden zusammengefasst wiedergegeben.
Recherchen zum persönlichen Umfeld der Familie klären deren Situation nach dem Tod des Grossvaters, und es wird nach Antworten auf die in den Gesprächen aufgetauchten offenen Fragen und Unklarheiten gesucht. Um die damalige Lebenssituation besser zu verstehen, folgen Informationen zur Geschichte von Obergesteln; es wird ausserdem die gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Witwen in der Schweiz vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre analysiert, mit einem besonderen Fokus auf das bäuerlich geprägte Wallis.
Abschliessend werden die Ergebnisse aus den Recherchen und die Interviews zusammengeführt, so wird das Leben der Grossmutter als Witwe, Mutter und Bergbäuerin nachgezeichnet.
Der vorliegende Beitrag ist eine gekürzte Version der Schlussarbeit, welche die Autorin im Rahmen des universitären Weiterbildungszertifikats CAS «Lebenserzählungen und Lebensgeschichten» 2024 an der Universität Freiburg verfasste. |
| 4. | Kniel-Fux, Lucie 50 Jahre SIPE Zentren im Wallis In: vol. 58, pp. 73-103, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {50 Jahre SIPE Zentren im Wallis },
author = {Lucie Kniel-Fux},
year = {2026},
date = {2026-08-29},
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volume = {58},
pages = {73-103},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Im Jahr 1976 wurden im Kanton Wallis die ersten Beratungsstellen für Familienplanung eröffnet. Die ersten Institutionen dieser Art entstanden im Unterwallis; das Oberwallis folgte 1983 mit der Eröffnung einer Stelle in Visp. Besonders für die Frauen des Kantons bedeutete die Einrichtung der Familienplanungszentren ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung – auch wenn die Begründung zur Schaffung dieser Beratungsstellen sich anfangs nicht auf emanzipatorische Argumente stützte.
Im Jahr 2026 können diese Zentren auf 50 Jahre Geschichte zurückblicken. Heute sind sie kantonal unter einem Dachverband mit dem Namen SIPE zusammengeschlossen. Das Akronym SIPE war bei der Einführung im Jahr 2000 ein genialer Schachzug, da es in beiden Kantonssprachen funktionierte: Die Buchstaben stehen für die Tätigkeitsfelder Sexualität-Information-Prävention-Erziehung, auf Französisch Sexualité-Information-Prévention-Éducation. Auch heute lassen sich die Tätigkeiten der SIPE-Zentren im Wesentlichen diesen vier Themenfeldern zuordnen. Gleichzeitig hat sich ihr Arbeitsfeld seither deutlich erweitert. Die Zentren befassen sich heute mit einem breiten Spektrum von Themenbereichen der sexuellen Gesundheit und der Intimität. Ihre Beratungstätigkeit reagierte dabei fortlaufend auf gesellschaftliche Herausforderungen und wurde dadurch zunehmend diversifizierter und umfassender.},
keywords = {Bevoelkerung und Gesellschaft, Erziehung},
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tppubtype = {incollection}
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Im Jahr 1976 wurden im Kanton Wallis die ersten Beratungsstellen für Familienplanung eröffnet. Die ersten Institutionen dieser Art entstanden im Unterwallis; das Oberwallis folgte 1983 mit der Eröffnung einer Stelle in Visp. Besonders für die Frauen des Kantons bedeutete die Einrichtung der Familienplanungszentren ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung – auch wenn die Begründung zur Schaffung dieser Beratungsstellen sich anfangs nicht auf emanzipatorische Argumente stützte.
Im Jahr 2026 können diese Zentren auf 50 Jahre Geschichte zurückblicken. Heute sind sie kantonal unter einem Dachverband mit dem Namen SIPE zusammengeschlossen. Das Akronym SIPE war bei der Einführung im Jahr 2000 ein genialer Schachzug, da es in beiden Kantonssprachen funktionierte: Die Buchstaben stehen für die Tätigkeitsfelder Sexualität-Information-Prävention-Erziehung, auf Französisch Sexualité-Information-Prévention-Éducation. Auch heute lassen sich die Tätigkeiten der SIPE-Zentren im Wesentlichen diesen vier Themenfeldern zuordnen. Gleichzeitig hat sich ihr Arbeitsfeld seither deutlich erweitert. Die Zentren befassen sich heute mit einem breiten Spektrum von Themenbereichen der sexuellen Gesundheit und der Intimität. Ihre Beratungstätigkeit reagierte dabei fortlaufend auf gesellschaftliche Herausforderungen und wurde dadurch zunehmend diversifizierter und umfassender. |
| 5. | Martone, Paul Das Rektorat der Familie von Roten in Raron In: vol. 58, pp. 105-132, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Das Rektorat der Familie von Roten in Raron},
author = {Paul Martone },
year = {2026},
date = {2026-08-29},
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volume = {58},
pages = {105-132},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Das Rektorat der Familie von Roten in Raron ist ein eigentümliches kirchliches Gebilde. Es wurde von Landeshauptmann Johann Christian von Roten (1648-1730) gegründet und konnte sich von 1734 bis 1959 an zweiundzwanzig Rektoren erfreuen, die der Familie von Roten als Seelsorger und Hauslehrer dienten. Die Gemeinde Raron trug zur Errichtung des Rektorates nichts bei. Für ihre Dienste wurden die Rektoren von der Familie entlöhnt, zudem stellte sie ihnen ein eigenes Rektoratshaus als Wohnung zur Verfügung. Als Rektoratskapelle diente die
Josefskapelle, deren Inventar dem Rektorat gehörte. Die Amtsdauer der Geistlichen variiert zwischen 52 Jahren (Raphael von Roten) und ein paar Monaten (Emil Semenza). Unter ihnen waren 15 Oberwalliser, 3 Unterwalliser, 3 kamen aus der Deutschschweiz und einer aus Italien. Das Rektorat wird auch heute noch von der Familie von Roten in Raron verwaltet.},
keywords = {ki, Kirchengeschichte, Klerus, Westlich Raron},
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tppubtype = {incollection}
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Das Rektorat der Familie von Roten in Raron ist ein eigentümliches kirchliches Gebilde. Es wurde von Landeshauptmann Johann Christian von Roten (1648-1730) gegründet und konnte sich von 1734 bis 1959 an zweiundzwanzig Rektoren erfreuen, die der Familie von Roten als Seelsorger und Hauslehrer dienten. Die Gemeinde Raron trug zur Errichtung des Rektorates nichts bei. Für ihre Dienste wurden die Rektoren von der Familie entlöhnt, zudem stellte sie ihnen ein eigenes Rektoratshaus als Wohnung zur Verfügung. Als Rektoratskapelle diente die
Josefskapelle, deren Inventar dem Rektorat gehörte. Die Amtsdauer der Geistlichen variiert zwischen 52 Jahren (Raphael von Roten) und ein paar Monaten (Emil Semenza). Unter ihnen waren 15 Oberwalliser, 3 Unterwalliser, 3 kamen aus der Deutschschweiz und einer aus Italien. Das Rektorat wird auch heute noch von der Familie von Roten in Raron verwaltet. |
| 6. | Luther, Johannes Wie kam die evangelisch-reformierte Kirche ins Oberwallis? Schlaglichter auf eine Walliser Gesellschaftsgeschichte In: vol. 58-170, pp. 147-, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Wie kam die evangelisch-reformierte Kirche ins Oberwallis? Schlaglichter auf eine Walliser Gesellschaftsgeschichte },
author = {Johannes Luther },
year = {2026},
date = {2026-08-29},
volume = {58-170},
pages = {147-},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Dass der Protestantismus sich im 16. Jahrhundert auch im Oberwallis festsetzen konnte und in der Mitte des 17. Jahrhunderts wieder verschwand, ist hinlänglich bekannt und in den letzten Jahren geschichtswissenschaftlich aufgearbeitet worden. Die Geschichte der evangelisch-reformierten Kirche, die sich hier seit dem 19. Jahrhundert nachweisen lässt, ist hingegen ein Desiderat der Forschung. Der vorliegende Beitrag schliesst diese Lücke und zeichnet die Entwicklung von einer losen protestantischen Vereinigung zu einer gefestigten und kantonal
anerkannten Landeskirche nach. Die Ansiedlung von Reformierten im 19. Jahrhundert ist eng verknüpft mit der Integration des Wallis in den Bundesstaat, der Entstehung der Industrie, dem Anschluss an das Schweizer Eisenbahnnetz und dem Aufkommen des Tourismus. Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts informieren Zeitungsartikel und administrative Quellen aus dem Archiv der Briger Kirchgemeinde über die Anfänge der ersten reformierten Oberwalliser Pfarrei in Brig, deren Mitgliederzahl stetig zunahm. Besonders konfliktreich erscheint die
von 1931 bis 1939 dauernde Amtszeit von Pfarrer Werner Pfenninger und seiner Frau Verena Pfenninger-Stadler, deren Nachlass im Archiv der Gosteli-Stiftung Einblicke in den Alltag der Pfarrfamilie erlaubt. So bezeichnete sich Verena Pfenninger-Stadler, eine der ersten Schweizer Vikarinnen überhaupt, als «christgläubige Sozialistin» und vertrat mit ihrem Mann öffentlich antimilitaristische Positionen. Insgesamt kann am Beispiel der evangelisch-reformierten Kirche eine Geschichte von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Modernisierungsprozessen nachvollzogen werden, die das Wallis bis heute prägen.},
keywords = {Bevoelkerung und Gesellschaft, Kirchengeschichte},
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tppubtype = {incollection}
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Dass der Protestantismus sich im 16. Jahrhundert auch im Oberwallis festsetzen konnte und in der Mitte des 17. Jahrhunderts wieder verschwand, ist hinlänglich bekannt und in den letzten Jahren geschichtswissenschaftlich aufgearbeitet worden. Die Geschichte der evangelisch-reformierten Kirche, die sich hier seit dem 19. Jahrhundert nachweisen lässt, ist hingegen ein Desiderat der Forschung. Der vorliegende Beitrag schliesst diese Lücke und zeichnet die Entwicklung von einer losen protestantischen Vereinigung zu einer gefestigten und kantonal
anerkannten Landeskirche nach. Die Ansiedlung von Reformierten im 19. Jahrhundert ist eng verknüpft mit der Integration des Wallis in den Bundesstaat, der Entstehung der Industrie, dem Anschluss an das Schweizer Eisenbahnnetz und dem Aufkommen des Tourismus. Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts informieren Zeitungsartikel und administrative Quellen aus dem Archiv der Briger Kirchgemeinde über die Anfänge der ersten reformierten Oberwalliser Pfarrei in Brig, deren Mitgliederzahl stetig zunahm. Besonders konfliktreich erscheint die
von 1931 bis 1939 dauernde Amtszeit von Pfarrer Werner Pfenninger und seiner Frau Verena Pfenninger-Stadler, deren Nachlass im Archiv der Gosteli-Stiftung Einblicke in den Alltag der Pfarrfamilie erlaubt. So bezeichnete sich Verena Pfenninger-Stadler, eine der ersten Schweizer Vikarinnen überhaupt, als «christgläubige Sozialistin» und vertrat mit ihrem Mann öffentlich antimilitaristische Positionen. Insgesamt kann am Beispiel der evangelisch-reformierten Kirche eine Geschichte von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Modernisierungsprozessen nachvollzogen werden, die das Wallis bis heute prägen. |
| 7. | Flückiger-Seiler, Roland Der mysteriöse Untergang von Hotels im Wallis In: vol. 58, pp. 184-190, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Der mysteriöse Untergang von Hotels im Wallis},
author = {Roland Flückiger-Seiler},
year = {2026},
date = {2026-08-29},
volume = {58},
pages = {184-190},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Hotelbrände kamen in der ganzen Schweiz vor, auch im Wallis finden sich Beispiele, wie der nachfolgende Bericht zeigt. Mehrere ungewollte Brände fanden in der Zwischensaison, beim Leerstand des Hauses oder bei Umbauarbeiten statt. In etlichen Fällen besteht der Verdacht oder gibt es sogar den Beweis, dass die Eigentümerschaft den unrentablen Betrieb auf Kosten der Versicherung finanziell «sanieren» wollte, wie der Autor dies bereits in einem Text über die Beispiele aus der ganzen Schweiz beschrieb. Der vorliegende Beitrag durchstreift das Wallis von Westen nach Osten, vom Val d'Illiez bis zum Eggishorn, auf der Suche nach verschwundenen Hotelbauten, die aus dem einen oder anderen Grund den Flammen zum Opfer fielen. Die zahlreichen Illustrationen zeigen uns ehemalige Hotelbauten in einem Zustand, den wir nicht mehr kennen, und haben somit historischen Wert.},
keywords = {Bevoelkerung und Gesellschaft, Verkehr},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Hotelbrände kamen in der ganzen Schweiz vor, auch im Wallis finden sich Beispiele, wie der nachfolgende Bericht zeigt. Mehrere ungewollte Brände fanden in der Zwischensaison, beim Leerstand des Hauses oder bei Umbauarbeiten statt. In etlichen Fällen besteht der Verdacht oder gibt es sogar den Beweis, dass die Eigentümerschaft den unrentablen Betrieb auf Kosten der Versicherung finanziell «sanieren» wollte, wie der Autor dies bereits in einem Text über die Beispiele aus der ganzen Schweiz beschrieb. Der vorliegende Beitrag durchstreift das Wallis von Westen nach Osten, vom Val d'Illiez bis zum Eggishorn, auf der Suche nach verschwundenen Hotelbauten, die aus dem einen oder anderen Grund den Flammen zum Opfer fielen. Die zahlreichen Illustrationen zeigen uns ehemalige Hotelbauten in einem Zustand, den wir nicht mehr kennen, und haben somit historischen Wert. |
| 8. | Imboden, Christian Erstbesteigung oder nicht? Gedanken zu den Leistungen der Bergführer aus St. Niklaus In: vol. 58, pp. 191-222, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2026. @incollection{nokey,
title = {Erstbesteigung oder nicht? Gedanken zu den Leistungen der Bergführer aus St. Niklaus},
author = {Christian Imboden},
year = {2026},
date = {2026-08-29},
volume = {58},
pages = {191-222},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Wieso heisst das Mattertal eigentlich Nikolaital? Wieso entwickelte sich im Nikolaital nicht Zermatt, sondern St. Niklaus zum weltweiten Zentrum des Bergsteigens und des Bergführerwesens? Wieso war das Matterhorn «fast ausschliesslich das Monopol» der ersten Bergführergeneration aus St. Niklaus? Welche St. Niklauser Bergführer lancierten die grossen technischen Neuerungen beim alpinen Gebrauch des Bergpickels bzw. Eispickels und des Abseilens mit doppeltem Seil? Welcher St. Niklauser Bergführer war der Erstbesteiger des höchsten Bergs Europas? Wieso sollte gerade Franz Lochmatter aus der zweiten Generation der St. Niklauser Bergführer sowohl der beste Bergsteiger aller Zeiten als auch der grosse Bergführer sein? Wieso kam es dazu, dass bedeutende Bergführer heutzutage nicht mehr als die aussergewöhnlichen Pioniere anerkannt werden? Wieso konnten schwierige Erstbesteigungen wie die der Eiger-Nordwand in Vergessenheit geraten? Diese und weitere Fragen werden im vorliegenden Beitrag auf der Grundlage sowohl von Aussagen der Zeitzeugen als auch von originalen Primärquellen und Primärdaten bzw. insbesondere des Buches aus dem Jahr 2013 ‹Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Die St. Niklauser Bergführer als Wegbereiter des internationalen Alpinismus› einer objektiven Beantwortung zugeführt, das im zweiten Teil die eindrucksvolle Geschichte des St. Niklauser Bergführerwesens zum ersten Mal in ihrer Vollständigkeit aufarbeitet und im ersten Teil in einen historischen Gesamtrahmen legt. Alle Abbildungen stammen
aus dem Privatarchiv des Autors.},
keywords = {Bevoelkerung und Gesellschaft, Biographien, Verkehr},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Wieso heisst das Mattertal eigentlich Nikolaital? Wieso entwickelte sich im Nikolaital nicht Zermatt, sondern St. Niklaus zum weltweiten Zentrum des Bergsteigens und des Bergführerwesens? Wieso war das Matterhorn «fast ausschliesslich das Monopol» der ersten Bergführergeneration aus St. Niklaus? Welche St. Niklauser Bergführer lancierten die grossen technischen Neuerungen beim alpinen Gebrauch des Bergpickels bzw. Eispickels und des Abseilens mit doppeltem Seil? Welcher St. Niklauser Bergführer war der Erstbesteiger des höchsten Bergs Europas? Wieso sollte gerade Franz Lochmatter aus der zweiten Generation der St. Niklauser Bergführer sowohl der beste Bergsteiger aller Zeiten als auch der grosse Bergführer sein? Wieso kam es dazu, dass bedeutende Bergführer heutzutage nicht mehr als die aussergewöhnlichen Pioniere anerkannt werden? Wieso konnten schwierige Erstbesteigungen wie die der Eiger-Nordwand in Vergessenheit geraten? Diese und weitere Fragen werden im vorliegenden Beitrag auf der Grundlage sowohl von Aussagen der Zeitzeugen als auch von originalen Primärquellen und Primärdaten bzw. insbesondere des Buches aus dem Jahr 2013 ‹Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Die St. Niklauser Bergführer als Wegbereiter des internationalen Alpinismus› einer objektiven Beantwortung zugeführt, das im zweiten Teil die eindrucksvolle Geschichte des St. Niklauser Bergführerwesens zum ersten Mal in ihrer Vollständigkeit aufarbeitet und im ersten Teil in einen historischen Gesamtrahmen legt. Alle Abbildungen stammen
aus dem Privatarchiv des Autors. |
| 9. | Wirthner, Karolin Wäntelefarb – Arsen- und bleihaltige Farben am Kulturerbe mit Beispielen aus dem Goms In: vol. 57, pp. 197-210, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Wäntelefarb – Arsen- und bleihaltige Farben am Kulturerbe mit Beispielen aus dem Goms},
author = {Karolin Wirthner},
year = {2025},
date = {2025-08-29},
urldate = {2025-08-29},
volume = {57},
pages = {197-210},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Beleuchtet wird die Verwendung von arsen- und bleihaltigen Farben in historischen Wandgestaltungen, insbesondere im Goms. Die ‹Wäntelefarb›, ein blau-grüner Anstrich, wurde traditionell zur Abwehr von Bettwanzen genutzt und enthielt oft Schweinfurter Grün, ein Kupferarsenitacetat mit insektiziden Eigenschaften. Bleiweiss, ein weiteres häufig verwendetes Pigment, war bekannt für seine hohe Deckkraft. Auch diese Anstriche setzen insbesondere bei der mechanischen Entfernung Gifte frei.
Die gesundheitlichen Gefahren von arsen- und bleihaltigen Farben sind erheblich. Arsen kann bei Inhalation oder Hautkontakt zu schweren Vergiftungen führen, einschließlich Lungentumoren und Nervenschäden. Bleiweiss kann zu chronischen Vergiftungen führen, die das Nervensystem und die Nieren schädigen. Schutzmaßnahmen bei Restaurierungsarbeiten umfassen technische und organisatorische Massnahmen sowie persönliche Schutzausrüstung.
Historische Verbote für diese giftigen Farben wurden im 19. und 20. Jahrhundert erlassen, aber ihre Verwendung hielt sich noch lange. In der Restaurierungspraxis werden heute alternative Pigmente verwendet, um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren.
Im Kaplaneihaus Ernen, einem 1776 erbauten Wohngebäude, wurden originale Bemalungen in ‹Wäntele-Blau› gefunden. Die Restaurierung umfasste die Entfernung der giftigen Anstriche, die Neugestaltung mit unbedenklichen Pigmenten und Bindemittel, sowie die Dokumentation der Restaurierungsmassnahmen. Das Kaplaneihaus dient seit 2023 der Stiftung Ferien im Baudenkmal als Unterkunft für die Gäste.
Ähnliche Situationen wurden auch in anderen historischen Gebäuden im Goms, wie beispielsweise dem Kalihaus in Ritzingen und dem Geburtshaus von Hotelier Cäsar Ritz in Niederwald, dokumentiert.
Die Schlussfolgerung betont, dass trotz des historischen und ästhetischen Wertes der originalen Bemalungen, die gesundheitlichen Risiken oft eine Entfernung und den Ersatz der alten Farben notwendig machen.},
keywords = {Goms, Kunsthandwerk},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Beleuchtet wird die Verwendung von arsen- und bleihaltigen Farben in historischen Wandgestaltungen, insbesondere im Goms. Die ‹Wäntelefarb›, ein blau-grüner Anstrich, wurde traditionell zur Abwehr von Bettwanzen genutzt und enthielt oft Schweinfurter Grün, ein Kupferarsenitacetat mit insektiziden Eigenschaften. Bleiweiss, ein weiteres häufig verwendetes Pigment, war bekannt für seine hohe Deckkraft. Auch diese Anstriche setzen insbesondere bei der mechanischen Entfernung Gifte frei.
Die gesundheitlichen Gefahren von arsen- und bleihaltigen Farben sind erheblich. Arsen kann bei Inhalation oder Hautkontakt zu schweren Vergiftungen führen, einschließlich Lungentumoren und Nervenschäden. Bleiweiss kann zu chronischen Vergiftungen führen, die das Nervensystem und die Nieren schädigen. Schutzmaßnahmen bei Restaurierungsarbeiten umfassen technische und organisatorische Massnahmen sowie persönliche Schutzausrüstung.
Historische Verbote für diese giftigen Farben wurden im 19. und 20. Jahrhundert erlassen, aber ihre Verwendung hielt sich noch lange. In der Restaurierungspraxis werden heute alternative Pigmente verwendet, um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren.
Im Kaplaneihaus Ernen, einem 1776 erbauten Wohngebäude, wurden originale Bemalungen in ‹Wäntele-Blau› gefunden. Die Restaurierung umfasste die Entfernung der giftigen Anstriche, die Neugestaltung mit unbedenklichen Pigmenten und Bindemittel, sowie die Dokumentation der Restaurierungsmassnahmen. Das Kaplaneihaus dient seit 2023 der Stiftung Ferien im Baudenkmal als Unterkunft für die Gäste.
Ähnliche Situationen wurden auch in anderen historischen Gebäuden im Goms, wie beispielsweise dem Kalihaus in Ritzingen und dem Geburtshaus von Hotelier Cäsar Ritz in Niederwald, dokumentiert.
Die Schlussfolgerung betont, dass trotz des historischen und ästhetischen Wertes der originalen Bemalungen, die gesundheitlichen Risiken oft eine Entfernung und den Ersatz der alten Farben notwendig machen. |
| 10. | Kalbermatter, Philipp Historische Notizen zu Weger Baschi (1759–1832) In: vol. 57, pp. 1-16, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Historische Notizen zu Weger Baschi (1759–1832)},
author = {Philipp Kalbermatter},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {1-16},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Obwohl die Geschichten über den Riesen Sebastian Weger, auch ‹Weger Baschi› genannt, seit Jahrzehnten in der Bevölkerung populär sind und von Generation zu Generation weitererzählt werden, ist über sein Leben bisher nur sehr wenig bekannt. Diesem grossen Ungleichgewicht möchte der vorliegende Beitrag entgegenwirken. Er präsentiert eine Auswahl von biographischen Angaben, die sich durch solide schriftliche Quellen belegen lassen. Daher fehlen hier mündlich überlieferte Aspekte wie Baschi als Bergbauer, als Säumer, als Schwinger oder als Schreiner weitgehend. Den Ausgangspunkt bilden Baschis nächste Verwandte, das heisst seine Eltern und Geschwister, seine Geburt und natürlich seine Körpergrösse. Darauf folgen wichtige Stationen seines Lebens, die nicht zufällig mit dem militärischen Handwerk in Verbindung stehen: französischer Kriegsdienst im Regiment de Courten, Schützenbruderschaft Münster-Geschinen, Kampf mit den Oberwallisern gegen die Franzosen, englischer Kriegsdienst im Bataillon de Courten. Die weiteren Schwerpunkte sind eher privater Natur: die Teilung des grossen Weger-Hauses in Geschinen, Amtshandlungen bei Taufen (Pate) und Eheschliessungen (Trauzeuge), Mitgliedschaft in Vereinigungen und Bruderschaften, Testament, Tod und Beerdigung.},
keywords = {Biographien, Goms},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Obwohl die Geschichten über den Riesen Sebastian Weger, auch ‹Weger Baschi› genannt, seit Jahrzehnten in der Bevölkerung populär sind und von Generation zu Generation weitererzählt werden, ist über sein Leben bisher nur sehr wenig bekannt. Diesem grossen Ungleichgewicht möchte der vorliegende Beitrag entgegenwirken. Er präsentiert eine Auswahl von biographischen Angaben, die sich durch solide schriftliche Quellen belegen lassen. Daher fehlen hier mündlich überlieferte Aspekte wie Baschi als Bergbauer, als Säumer, als Schwinger oder als Schreiner weitgehend. Den Ausgangspunkt bilden Baschis nächste Verwandte, das heisst seine Eltern und Geschwister, seine Geburt und natürlich seine Körpergrösse. Darauf folgen wichtige Stationen seines Lebens, die nicht zufällig mit dem militärischen Handwerk in Verbindung stehen: französischer Kriegsdienst im Regiment de Courten, Schützenbruderschaft Münster-Geschinen, Kampf mit den Oberwallisern gegen die Franzosen, englischer Kriegsdienst im Bataillon de Courten. Die weiteren Schwerpunkte sind eher privater Natur: die Teilung des grossen Weger-Hauses in Geschinen, Amtshandlungen bei Taufen (Pate) und Eheschliessungen (Trauzeuge), Mitgliedschaft in Vereinigungen und Bruderschaften, Testament, Tod und Beerdigung. |
| 11. | Bellwald, Werner Eine Kuh durch Sitten getragen. Die Taten des starken Baschi und das lange Leben der Legenden In: vol. 57, pp. 17-40, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Eine Kuh durch Sitten getragen. Die Taten des starken Baschi und das lange Leben der Legenden},
author = {Werner Bellwald },
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {17-40},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Die traditionelle Erzählwelt war nicht nur von Riesen und Zwergen, von Hexen und Boozen (Geistern) bevölkert, sondern auch von Männern und Frauen mit sagenhaften Körperkräften.
Eine dieser bärenstarken Personen ist Sebastian Weger aus Geschinen im Goms. Er verstarb vor 190 Jahren. Seither lebte der gutmütige Riese in der mündlichen Überlieferung derart auf, dass er über Generationen zu den bekanntesten Gestalten des Oberwallis zählte.
Die für den folgenden Artikel durchgeführten Recherchen zeigen, wie der Aufstieg des Wäger Baschi in den 1910er Jahren einsetzt und bis in die Hochkonjunktur hinein dauert. In den 1960er Jahren erst verschwindet er aus den Schulbüchern (wobei die alten Auflagen in den Dörfern noch länger in Verwendung bleiben). Das in den Lehrmitteln über Generationen tausendfach popularisierte Bild des starken Baschi, wie er sein Maultier im Saumweg über einen gefällten Baum trägt, gehört bis heute zum landläufigen Bilderschatz in unseren Köpfen und lieferte auch den Steilpass für das 2001 eingeweihte Denkmal. So präsent die Figur des Hünen im kollektiven visuellen Gedächtnis bis heute noch ist, so wenig wurde er bisher im Rahmen des Ortsmarketings kommerzialisiert – vor künftigen Instrumentalisierungen ist freilich niemand gefeit.},
keywords = {Bevoelkerung und Gesellschaft, Goms, Sagen},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Die traditionelle Erzählwelt war nicht nur von Riesen und Zwergen, von Hexen und Boozen (Geistern) bevölkert, sondern auch von Männern und Frauen mit sagenhaften Körperkräften.
Eine dieser bärenstarken Personen ist Sebastian Weger aus Geschinen im Goms. Er verstarb vor 190 Jahren. Seither lebte der gutmütige Riese in der mündlichen Überlieferung derart auf, dass er über Generationen zu den bekanntesten Gestalten des Oberwallis zählte.
Die für den folgenden Artikel durchgeführten Recherchen zeigen, wie der Aufstieg des Wäger Baschi in den 1910er Jahren einsetzt und bis in die Hochkonjunktur hinein dauert. In den 1960er Jahren erst verschwindet er aus den Schulbüchern (wobei die alten Auflagen in den Dörfern noch länger in Verwendung bleiben). Das in den Lehrmitteln über Generationen tausendfach popularisierte Bild des starken Baschi, wie er sein Maultier im Saumweg über einen gefällten Baum trägt, gehört bis heute zum landläufigen Bilderschatz in unseren Köpfen und lieferte auch den Steilpass für das 2001 eingeweihte Denkmal. So präsent die Figur des Hünen im kollektiven visuellen Gedächtnis bis heute noch ist, so wenig wurde er bisher im Rahmen des Ortsmarketings kommerzialisiert – vor künftigen Instrumentalisierungen ist freilich niemand gefeit. |
| 12. | Martone, Paul Franz Joseph Weger (1712–1751). Erzieher von Kaiser Joseph II. von Österreich In: vol. 57, pp. 41-80, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Franz Joseph Weger (1712–1751). Erzieher von Kaiser Joseph II. von Österreich },
author = {Paul Martone},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {41-80},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Es gibt nur wenige Gommer, die in der weltweiten Politik einen grossen Einfluss ausüben konnten. Kardinal Matthäus Schiner blieb die Ausnahmeerscheinung, die diese Behauptung bestätigt.
Weniger bekannt, ist ein anderer Gommer, der zumindest die europäische Politik nachhaltig hätte beeinflussen können: Chorherr Franz Joseph Weger, der aus Geschinen stammte, in die Abtei von Saint-Maurice eintrat und nach seiner Priesterweihe zum Weiterstudium nach Wien zog. Hier wurde er von Kaiserin Maria Theresia «entdeckt» und zum Erzieher ihres Sohnes, des späteren Kaisers Joseph II. von Österreich ernannt, was für den damals 34-jährigen Weger eine ausserordentliche Ehre bedeutete. Joseph aber lernte nur mit grosser Mühe die einfachsten Dinge, das Studium interessierte ihn ganz und gar nicht. Chorherr Weger fand jedoch rasch den Zugang zum Prinzen und es gelang ihm seine Freude am Lernen zu steigern. Joseph und Chorherr Weger verstanden sich gut und auch Kaiserin Maria Theresia schätzte den Geistlichen sehr und rühmte ihn immer wieder. Eine grosse Karriere stand dem Geschiner offen, wenn nicht der Tod seinem Leben schon früh ein Ende bereitet hätte. Wegers Nachfolger als Josefs Lehrer schürten im jungen Kronprinzen dann aber eine grosse Abneigung gegen die Kirche, die unter
seiner Herrschaft als Kaiser Joseph II. zum so genannten Josephinismus führte. Hätte Franz Joseph Weger länger gelebt, so hätte sich das kirchliche Leben in den österreichischen Herrschaftsgebieten wohl ganz anders entwickelt.},
keywords = {Bibliographien, Goms},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Es gibt nur wenige Gommer, die in der weltweiten Politik einen grossen Einfluss ausüben konnten. Kardinal Matthäus Schiner blieb die Ausnahmeerscheinung, die diese Behauptung bestätigt.
Weniger bekannt, ist ein anderer Gommer, der zumindest die europäische Politik nachhaltig hätte beeinflussen können: Chorherr Franz Joseph Weger, der aus Geschinen stammte, in die Abtei von Saint-Maurice eintrat und nach seiner Priesterweihe zum Weiterstudium nach Wien zog. Hier wurde er von Kaiserin Maria Theresia «entdeckt» und zum Erzieher ihres Sohnes, des späteren Kaisers Joseph II. von Österreich ernannt, was für den damals 34-jährigen Weger eine ausserordentliche Ehre bedeutete. Joseph aber lernte nur mit grosser Mühe die einfachsten Dinge, das Studium interessierte ihn ganz und gar nicht. Chorherr Weger fand jedoch rasch den Zugang zum Prinzen und es gelang ihm seine Freude am Lernen zu steigern. Joseph und Chorherr Weger verstanden sich gut und auch Kaiserin Maria Theresia schätzte den Geistlichen sehr und rühmte ihn immer wieder. Eine grosse Karriere stand dem Geschiner offen, wenn nicht der Tod seinem Leben schon früh ein Ende bereitet hätte. Wegers Nachfolger als Josefs Lehrer schürten im jungen Kronprinzen dann aber eine grosse Abneigung gegen die Kirche, die unter
seiner Herrschaft als Kaiser Joseph II. zum so genannten Josephinismus führte. Hätte Franz Joseph Weger länger gelebt, so hätte sich das kirchliche Leben in den österreichischen Herrschaftsgebieten wohl ganz anders entwickelt. |
| 13. | Kalbermatter, Philipp Dominik Weger (1758–1828). Ein Leben für Militär und Vaterland. Mit einem Exkurs zum Weger-Familienarchiv In: vol. 57, pp. 81-100, 2025. @incollection{nokey,
title = {Dominik Weger (1758–1828). Ein Leben für Militär und Vaterland. Mit einem Exkurs zum Weger-Familienarchiv},
author = {Philipp Kalbermatter},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {81-100},
abstract = {Während Sebastian ‹Baschi› Weger (1759–1832) bei der Bevölkerung bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst, ist über das nicht minder interessante Leben seines älteren Bruders Dominik Weger (1758–1828) nur wenig geschrieben worden. Der militärische Dienst als Offizier im Ausland und in der Heimat begleitete Dominik sein Leben lang. Er stand schon in jungen Jahren im Solddienst des Königreichs Sardinien-Piemont und stieg hier vom Kadett bis zum Hauptmann mit Kriegserfahrung auf. Nach dem Zusammenbruch dieses Reiches durch den Angriff napoleonischer Truppen stand Weger unfreiwillig in französischen und danach freiwillig in englischen beziehungsweise franzosenfeindlichen Diensten. Er kehrte 1801 ins Goms zurück, ehelichte Anna Maria Lagger und liess sich dauerhaft in Münster nieder. Vorerst bemühte er sich mit einigem Erfolg um den Erhalt von ausstehenden piemontesischen und französischen Pensionsgeldern. 1815 erhielt er den österreichisch-kaiserlichen Leopold-Orden und durfte sich Ritter nennen. Nach dem Beitritt des Wallis zur Eidgenossenschaft im selben Jahr diente er der Armee als Chef eines Walliser Bataillons und als Kommandant des östlichen Militärkreises. Auch auf politischer Ebene war er aktiv, sowohl als Zendenpräsident und Grosskastlan des Goms wie auch als Abgeordneter auf dem Walliser Landrat in Sitten. Ein in seinem Todesjahr entstandenes und von Lorenz Justin Ritz gemaltes Porträt vermittelt uns einen anschaulichen Eindruck von dieser Gommer Persönlichkeit. Den Abschluss dieses Beitrages bildet ein kleiner Exkurs zum Weger-Familienarchiv, dessen Entstehung auf Oberst Dominik Weger zurückgehen dürfte.},
keywords = {Biographien, Goms, Solddienst},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
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Während Sebastian ‹Baschi› Weger (1759–1832) bei der Bevölkerung bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst, ist über das nicht minder interessante Leben seines älteren Bruders Dominik Weger (1758–1828) nur wenig geschrieben worden. Der militärische Dienst als Offizier im Ausland und in der Heimat begleitete Dominik sein Leben lang. Er stand schon in jungen Jahren im Solddienst des Königreichs Sardinien-Piemont und stieg hier vom Kadett bis zum Hauptmann mit Kriegserfahrung auf. Nach dem Zusammenbruch dieses Reiches durch den Angriff napoleonischer Truppen stand Weger unfreiwillig in französischen und danach freiwillig in englischen beziehungsweise franzosenfeindlichen Diensten. Er kehrte 1801 ins Goms zurück, ehelichte Anna Maria Lagger und liess sich dauerhaft in Münster nieder. Vorerst bemühte er sich mit einigem Erfolg um den Erhalt von ausstehenden piemontesischen und französischen Pensionsgeldern. 1815 erhielt er den österreichisch-kaiserlichen Leopold-Orden und durfte sich Ritter nennen. Nach dem Beitritt des Wallis zur Eidgenossenschaft im selben Jahr diente er der Armee als Chef eines Walliser Bataillons und als Kommandant des östlichen Militärkreises. Auch auf politischer Ebene war er aktiv, sowohl als Zendenpräsident und Grosskastlan des Goms wie auch als Abgeordneter auf dem Walliser Landrat in Sitten. Ein in seinem Todesjahr entstandenes und von Lorenz Justin Ritz gemaltes Porträt vermittelt uns einen anschaulichen Eindruck von dieser Gommer Persönlichkeit. Den Abschluss dieses Beitrages bildet ein kleiner Exkurs zum Weger-Familienarchiv, dessen Entstehung auf Oberst Dominik Weger zurückgehen dürfte. |
| 14. | Flückiger-Seiler, Roland Geschinen. Siedlungsbild, Wohn- und Nutzbauten In: vol. 57, pp. 101-120, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Geschinen. Siedlungsbild, Wohn- und Nutzbauten},
author = {Roland Flückiger-Seiler},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {101-120},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {In Geschinen finden sich zahlreiche Wohnhäuser sowie wertvolle Stadel und Speicher in traditioneller Holzbauweise. Als seltenes Beispiel im Obergoms mit einer Mantelmauer erscheint ‹d’s Wiiss Hüs›. Etliche aus mittelalterlicher Zeit stammende Wohnbauten wurden in den letzten Jahrzehnten verändert, so dass man ihr Alter kaum noch erkennt. Besonders eindrücklich erscheint eine Gruppe von Stadeln auf dem ‹Biel›, dem Dorfhügel im Zentrum der Siedlung, den Walter Ruppen als «die vielleicht schönste Gruppe von Nutzbauten des ganzen Goms» bezeichnete. Zudem sind auch einige sogenannte Doppelställe zu finden. Einige nicht mehr in der Landwirtschaft benötigte Nutzbauten wurden zu Wohnhäusern umgebaut, die sich im Dorf mehrheitlich angenehm integrieren.},
keywords = {Architektur, Bevoelkerung und Gesellschaft, Goms},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
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In Geschinen finden sich zahlreiche Wohnhäuser sowie wertvolle Stadel und Speicher in traditioneller Holzbauweise. Als seltenes Beispiel im Obergoms mit einer Mantelmauer erscheint ‹d’s Wiiss Hüs›. Etliche aus mittelalterlicher Zeit stammende Wohnbauten wurden in den letzten Jahrzehnten verändert, so dass man ihr Alter kaum noch erkennt. Besonders eindrücklich erscheint eine Gruppe von Stadeln auf dem ‹Biel›, dem Dorfhügel im Zentrum der Siedlung, den Walter Ruppen als «die vielleicht schönste Gruppe von Nutzbauten des ganzen Goms» bezeichnete. Zudem sind auch einige sogenannte Doppelställe zu finden. Einige nicht mehr in der Landwirtschaft benötigte Nutzbauten wurden zu Wohnhäusern umgebaut, die sich im Dorf mehrheitlich angenehm integrieren. |
| 15. | Ackermann, Carmela Kuonen Die Pfefferle. Eine Obergommer Künstlerfamilie In: vol. 57, pp. 121-150, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Die Pfefferle. Eine Obergommer Künstlerfamilie},
author = {Carmela Kuonen Ackermann},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {121-150},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Das Goms erlebte im Barock eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Blüte. Die Kunst konzentrierte sich vor allem auf die Sakralbauten, welche im Goms zuhauf gebaut wurden. So fanden einheimische und fremde Künstler im Tal ein Auskommen und es entstanden florierende einheimische Werkstätten.
Johann Georg Pfefferle aus Imst wanderte wohl in den 1740er Jahren ins Goms ein. Er kam in einer Zeit ins Goms, als die Kirchen von Reckingen und Münster im Bau waren, und die Nachfrage nach Handwerkern und auch Künstlern gross war. Pfefferle gründete eine Familie und liess sich in Geschinen nieder. In den neu erbauten Kapellen entstanden durch verschiedene Künstlerhände mit Vorliebe Gemäldezyklen, welche erstaunlicherweise grosse stilistische Ähnlichkeiten aufweisen. Das erschwert die Zuschreibung an einzelne Künstler. Undichte Dächer, feuchte Wände erforderten in der Folge immer wieder bauliche und auch restauratorische Eingriffe an der Malerei. Dadurch verloren die Wand- und Gewölbemalereien im 19. und in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oftmals ihren ursprünglichen Charakter, der ihnen erst jüngere Restaurierungen teilweise zurückgaben. Manche Kapellenräume erhielten durch die Restaurierung ihre vom Rokoko geprägte Ausstrahlung wieder.
Zur Zeit von Johann Joseph Pfefferle flossen die Aufträge nicht mehr so zahlreich wie bei seinem Vater. Es sind von ihm weniger Werke erhalten, die aber doch ein Bild seiner Kunst vermitteln.
Im Folgenden wird die Familiengeschichte der Pfefferle mit Fokus auf diese beiden Künstlerpersönlichkeiten und ihre künstlerische Tätigkeit in den Vordergrund gerückt und gewürdigt.},
keywords = {Architektur, Biographien, Goms, Kirchliche Bauten},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Das Goms erlebte im Barock eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Blüte. Die Kunst konzentrierte sich vor allem auf die Sakralbauten, welche im Goms zuhauf gebaut wurden. So fanden einheimische und fremde Künstler im Tal ein Auskommen und es entstanden florierende einheimische Werkstätten.
Johann Georg Pfefferle aus Imst wanderte wohl in den 1740er Jahren ins Goms ein. Er kam in einer Zeit ins Goms, als die Kirchen von Reckingen und Münster im Bau waren, und die Nachfrage nach Handwerkern und auch Künstlern gross war. Pfefferle gründete eine Familie und liess sich in Geschinen nieder. In den neu erbauten Kapellen entstanden durch verschiedene Künstlerhände mit Vorliebe Gemäldezyklen, welche erstaunlicherweise grosse stilistische Ähnlichkeiten aufweisen. Das erschwert die Zuschreibung an einzelne Künstler. Undichte Dächer, feuchte Wände erforderten in der Folge immer wieder bauliche und auch restauratorische Eingriffe an der Malerei. Dadurch verloren die Wand- und Gewölbemalereien im 19. und in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oftmals ihren ursprünglichen Charakter, der ihnen erst jüngere Restaurierungen teilweise zurückgaben. Manche Kapellenräume erhielten durch die Restaurierung ihre vom Rokoko geprägte Ausstrahlung wieder.
Zur Zeit von Johann Joseph Pfefferle flossen die Aufträge nicht mehr so zahlreich wie bei seinem Vater. Es sind von ihm weniger Werke erhalten, die aber doch ein Bild seiner Kunst vermitteln.
Im Folgenden wird die Familiengeschichte der Pfefferle mit Fokus auf diese beiden Künstlerpersönlichkeiten und ihre künstlerische Tätigkeit in den Vordergrund gerückt und gewürdigt. |
| 16. | Martone, Paul Priester und Ordensleute aus Geschinen In: vol. 57, pp. 151-185, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Priester und Ordensleute aus Geschinen},
author = {Paul Martone},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {151-185},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Wer sich in den vergangenen Jahrzehnten auf die Suche nach den von Geschinen stammenden Priestern- und Ordensleuten machte, musste diese bisher aus dem Manuskript von Wilhelm Ritz, oder der Liste der Pfarrherren aus dem Oberwallis in den «Blätter aus der Walliser Geschichte» zusammensuchen. Die geistlichen Berufe der neueren Zeit mussten in anderen Quellen gefunden werden. Die hier nun vorgestellte Liste mit den Biographien der von Geschinen stammenden Priestern und Ordensleuten kann nun die Familien und den Werdegang dieser Seelsorger und Ordensmänner und -frauen vorstellen, soweit exakte biographische Angaben vorhanden waren.
Vor allem bei den frühen Priestern war es nicht überall möglich, den Namen ihrer Eltern und ihr Geburtsdatum zu finden, denn die Taufbücher der Pfarrei Münster, zu der Geschinen gehörte, beginnen erst 1604. Der erste Priester, der aus Geschinen stammte, ist wohl Peter Murmann, der ca. 1354 als Pfarrer von Ernen starb. Von ihm sind weder die Namen der Eltern noch sein Geburtsdatum bekannt.},
keywords = {Goms, Klerus},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Wer sich in den vergangenen Jahrzehnten auf die Suche nach den von Geschinen stammenden Priestern- und Ordensleuten machte, musste diese bisher aus dem Manuskript von Wilhelm Ritz, oder der Liste der Pfarrherren aus dem Oberwallis in den «Blätter aus der Walliser Geschichte» zusammensuchen. Die geistlichen Berufe der neueren Zeit mussten in anderen Quellen gefunden werden. Die hier nun vorgestellte Liste mit den Biographien der von Geschinen stammenden Priestern und Ordensleuten kann nun die Familien und den Werdegang dieser Seelsorger und Ordensmänner und -frauen vorstellen, soweit exakte biographische Angaben vorhanden waren.
Vor allem bei den frühen Priestern war es nicht überall möglich, den Namen ihrer Eltern und ihr Geburtsdatum zu finden, denn die Taufbücher der Pfarrei Münster, zu der Geschinen gehörte, beginnen erst 1604. Der erste Priester, der aus Geschinen stammte, ist wohl Peter Murmann, der ca. 1354 als Pfarrer von Ernen starb. Von ihm sind weder die Namen der Eltern noch sein Geburtsdatum bekannt. |
| 17. | Juon, Corinne; Bellwald, Werner Archäologische Zentren im ‹fundleeren› Obergoms In: vol. 57, pp. 187-196, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Archäologische Zentren im ‹fundleeren› Obergoms},
author = {Corinne Juon and Werner Bellwald},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {187-196},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Aufsätze mit Überblickscharakter zur Archäologie des deutschsprachigen Kantonsteils sind selten, ebenso generelle Arbeiten zum Stand der archäologischen Forschung in den einzelnen Bezirken. Für einmal versucht der hier folgende Beitrag, eine einzelne Region zu beleuchten, die bisherigen Funde aufzuführen und deren Aussagekraft zusammenzufassen.
Im Goms – das archäologisch gut erforschte Binntal wird hier bewusst ausgeklammert – kamen 1838 die ersten Funde zum Vorschein. Es handelt sich um Gräber mit Beigaben in der Nähe von Reckingen. In den folgenden 150 Jahren wurden lediglich an fünf weiteren Orten (teils bescheidene) archäologische Funde bekannt (Fiesch, Galmihornhütte ob Münster, Ritzingen, Nufenenpass und Gluringen). Gleichzeitig registrierten das mittlere und untere Wallis Dutzende Fundstellen.
Die bisher ältesten Funde im Goms sind Streufunde, die aus der Frühen Bronzezeit datieren und die, ausser dem Zeugnis menschlicher Präsenz, wenig weitere Erkenntnisse erlauben. Die eisenzeitlichen Gräber mit ihren Beigaben bieten mehr Informationen und belegen eine dauerhafte Besiedelung im Goms für die letzten vorchristlichen Jahrhunderte.
Wie schon der Beitrag von Philippe Curdy, Gabriele Giozza und Patricia Meyer (Blätter aus der Walliser Geschichte 2024) zeigte, führte die Anstellung einer für das Oberwallis zuständigen Fachperson am Kantonalen Amt für Archäologie (KAA, Sitten) im Jahre 2017 zu einer merklichen Verbesserungen der Lage: Aktivitäten auf potentiellen Fundstellen können heute begleitet und aufschlussreiches archäologisches Material damit gerettet werden. Von diesem wissenschaftlichen Aufschwung profitiert auch das Goms – unser bisheriges Bild eines weitgehend fundlosen Tales dürfte in den kommenden Jahren erfreuliche Korrekturen erfahren und detailliertere Aussagen über Menschen und deren Leben in früheren Jahrtausenden erlauben.},
keywords = {Archaeologie, Goms},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Aufsätze mit Überblickscharakter zur Archäologie des deutschsprachigen Kantonsteils sind selten, ebenso generelle Arbeiten zum Stand der archäologischen Forschung in den einzelnen Bezirken. Für einmal versucht der hier folgende Beitrag, eine einzelne Region zu beleuchten, die bisherigen Funde aufzuführen und deren Aussagekraft zusammenzufassen.
Im Goms – das archäologisch gut erforschte Binntal wird hier bewusst ausgeklammert – kamen 1838 die ersten Funde zum Vorschein. Es handelt sich um Gräber mit Beigaben in der Nähe von Reckingen. In den folgenden 150 Jahren wurden lediglich an fünf weiteren Orten (teils bescheidene) archäologische Funde bekannt (Fiesch, Galmihornhütte ob Münster, Ritzingen, Nufenenpass und Gluringen). Gleichzeitig registrierten das mittlere und untere Wallis Dutzende Fundstellen.
Die bisher ältesten Funde im Goms sind Streufunde, die aus der Frühen Bronzezeit datieren und die, ausser dem Zeugnis menschlicher Präsenz, wenig weitere Erkenntnisse erlauben. Die eisenzeitlichen Gräber mit ihren Beigaben bieten mehr Informationen und belegen eine dauerhafte Besiedelung im Goms für die letzten vorchristlichen Jahrhunderte.
Wie schon der Beitrag von Philippe Curdy, Gabriele Giozza und Patricia Meyer (Blätter aus der Walliser Geschichte 2024) zeigte, führte die Anstellung einer für das Oberwallis zuständigen Fachperson am Kantonalen Amt für Archäologie (KAA, Sitten) im Jahre 2017 zu einer merklichen Verbesserungen der Lage: Aktivitäten auf potentiellen Fundstellen können heute begleitet und aufschlussreiches archäologisches Material damit gerettet werden. Von diesem wissenschaftlichen Aufschwung profitiert auch das Goms – unser bisheriges Bild eines weitgehend fundlosen Tales dürfte in den kommenden Jahren erfreuliche Korrekturen erfahren und detailliertere Aussagen über Menschen und deren Leben in früheren Jahrtausenden erlauben. |
| 18. | Providoli, Sophie Vergullder oder die Wüssenschaft der Fasser-Kunst. Eine Abhandlung des 18. Jahrhunderts über die Kunst der Fassmalerei In: vol. 57, pp. 211-289, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2025. @incollection{nokey,
title = {Vergullder oder die Wüssenschaft der Fasser-Kunst. Eine Abhandlung des 18. Jahrhunderts über die Kunst der Fassmalerei},
author = {Sophie Providoli},
year = {2025},
date = {2025-08-28},
urldate = {2025-08-28},
volume = {57},
pages = {211-289},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {1743 verfasste der Fiescher Maler Johann Steffen (1700–1777) unter dem Titel «Vergullder oder die Wüssenschaft der Fasser-Kunst» eine Abhandlung über die Kunst der Fassmalerei. Die Handschrift gelangte über Pfarrer und Historiker Franz Joseph Joller (1820–1893) und mehrere Oberwalliser Restauratorengenerationen an Restaurator Walter Furrer (1936–2022), der sie transkribierte. Heute ist die Schrift Teil des Archivbestands des Geschichtsforschenden Vereins Oberwallis (GVO).
Johann Steffen war Maler, schrieb und komponierte Dramen fürs Theater, war Organist, Mathematiker und Geometer. Sein bildnerisches Werk ist bis auf wenige Überreste am Gewölbe der Kapelle Mariä Sieben Schmerzen in Mörel, die jüngst von Gommer Restauratorin Karolin Wirthner freigelegt worden sind, verloren gegangen.
Unter der Fassmalerei versteht man im Allgemeinen das Fassen von Skulpturen und (meist liturgischen) Einrichtungsgegenständen aus Holz. Mit Farben, Lasuren und Blattmetallüberzügen erhielten Statuen erst den abschliessenden lebendigen Ausdruck. Marmor und andere Luxusmaterialien wurden in zahlreichen Variationen nachgeahmt. Besonders im 18. Jahrhundert, der Zeit der bühnenhaften Kirchenräume, erfuhr die Fassmalerei in ganz Europa grosse Bedeutung.
Steffen beschreibt in seiner Handschrift, die hier in voller Länge wiedergegeben und ins heutige Deutsch übertragen wird, die Arbeitsgänge für die Fassung eines Holzträgers, von der Grundierung über die Vergoldung auf Poliment bis hin zur Imitation des kostbaren Schildpatts und veranschaulichte seine Anweisungen zum Teil mit kunstvoll gefertigten Aquarellen. Er zeichnete wohl die eigenen Erfahrungen auf, bediente sich aber auch aus dem Rezeptur-Fundus der damals zirkulierenden Standardwerke.},
keywords = {Goms, Kunsthandwerk},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
1743 verfasste der Fiescher Maler Johann Steffen (1700–1777) unter dem Titel «Vergullder oder die Wüssenschaft der Fasser-Kunst» eine Abhandlung über die Kunst der Fassmalerei. Die Handschrift gelangte über Pfarrer und Historiker Franz Joseph Joller (1820–1893) und mehrere Oberwalliser Restauratorengenerationen an Restaurator Walter Furrer (1936–2022), der sie transkribierte. Heute ist die Schrift Teil des Archivbestands des Geschichtsforschenden Vereins Oberwallis (GVO).
Johann Steffen war Maler, schrieb und komponierte Dramen fürs Theater, war Organist, Mathematiker und Geometer. Sein bildnerisches Werk ist bis auf wenige Überreste am Gewölbe der Kapelle Mariä Sieben Schmerzen in Mörel, die jüngst von Gommer Restauratorin Karolin Wirthner freigelegt worden sind, verloren gegangen.
Unter der Fassmalerei versteht man im Allgemeinen das Fassen von Skulpturen und (meist liturgischen) Einrichtungsgegenständen aus Holz. Mit Farben, Lasuren und Blattmetallüberzügen erhielten Statuen erst den abschliessenden lebendigen Ausdruck. Marmor und andere Luxusmaterialien wurden in zahlreichen Variationen nachgeahmt. Besonders im 18. Jahrhundert, der Zeit der bühnenhaften Kirchenräume, erfuhr die Fassmalerei in ganz Europa grosse Bedeutung.
Steffen beschreibt in seiner Handschrift, die hier in voller Länge wiedergegeben und ins heutige Deutsch übertragen wird, die Arbeitsgänge für die Fassung eines Holzträgers, von der Grundierung über die Vergoldung auf Poliment bis hin zur Imitation des kostbaren Schildpatts und veranschaulichte seine Anweisungen zum Teil mit kunstvoll gefertigten Aquarellen. Er zeichnete wohl die eigenen Erfahrungen auf, bediente sich aber auch aus dem Rezeptur-Fundus der damals zirkulierenden Standardwerke. |
| 19. | Curdy, Philippe; Giozza, Gabriele; Meyer, Patricia Archäologie im Oberwallis. Der lange Weg der wissenschaftlichen Forschung In: vol. 56, pp. 1-16, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2024. @incollection{nokey,
title = {Archäologie im Oberwallis. Der lange Weg der wissenschaftlichen Forschung},
author = {Philippe Curdy and Gabriele Giozza and Patricia Meyer},
year = {2024},
date = {2024-08-28},
urldate = {2024-08-28},
volume = {56},
pages = {1-16},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Der folgende Beitrag zeigt den langen Weg zu systematischen archäologischen Forschungen im Oberwallis auf, von den allmählichen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den professionellen Feldarbeiten und Publikationen, die erst vor drei bis vier Jahrzehnten einsetzten. Das Fehlen universitärer Einrichtungen und anderer Forschungsstellen erschwerte die Etablierung von professionellen archäologischen Strukturen und Kenntnissen im gesamten Wallis, im oberen deutschsprachigen Kantonsteil allerdings stärker als im unteren französischsprachigen.
Die archäologischen Arbeiten waren während langer Zeit vor allem das Werk auswärtiger Fachkräfte, abgesehen von einigen Ausnahmen, die auf das Engagement von Laien zurückzuführen sind. Seit den 1960er Jahren waren es auch einheimische Privatpersonen wie beispielsweise Gerd Graeser im Binntal, die archäologische Arbeiten leisteten und Berichte publizierten.
Mit dem Bau der Autobahn A9 und den im Vorfeld erfolgten Ausgrabungen in Gamsen, im Pfynwald und in Salgesch, um nur einige zu nennen, sowie gezielten Prospektionen im Gebirge, setzte in den 1980er Jahren eine systematische Forschung mit thematischen Leitfragen grösseren Ausmasses ein, die das archäologische Wissen über die Region um ein Vielfaches bereicherte.
Heute ist das Oberwallis zu einer wichtigen Region für die Erforschung der prähistorischen und antiken Besiedlung des Alpenraumes geworden. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt auch die verstärkte Präsenz des kantonalen Amtes für Archäologie.},
keywords = {Archaeologie},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
}
Der folgende Beitrag zeigt den langen Weg zu systematischen archäologischen Forschungen im Oberwallis auf, von den allmählichen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den professionellen Feldarbeiten und Publikationen, die erst vor drei bis vier Jahrzehnten einsetzten. Das Fehlen universitärer Einrichtungen und anderer Forschungsstellen erschwerte die Etablierung von professionellen archäologischen Strukturen und Kenntnissen im gesamten Wallis, im oberen deutschsprachigen Kantonsteil allerdings stärker als im unteren französischsprachigen.
Die archäologischen Arbeiten waren während langer Zeit vor allem das Werk auswärtiger Fachkräfte, abgesehen von einigen Ausnahmen, die auf das Engagement von Laien zurückzuführen sind. Seit den 1960er Jahren waren es auch einheimische Privatpersonen wie beispielsweise Gerd Graeser im Binntal, die archäologische Arbeiten leisteten und Berichte publizierten.
Mit dem Bau der Autobahn A9 und den im Vorfeld erfolgten Ausgrabungen in Gamsen, im Pfynwald und in Salgesch, um nur einige zu nennen, sowie gezielten Prospektionen im Gebirge, setzte in den 1980er Jahren eine systematische Forschung mit thematischen Leitfragen grösseren Ausmasses ein, die das archäologische Wissen über die Region um ein Vielfaches bereicherte.
Heute ist das Oberwallis zu einer wichtigen Region für die Erforschung der prähistorischen und antiken Besiedlung des Alpenraumes geworden. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt auch die verstärkte Präsenz des kantonalen Amtes für Archäologie. |
| 20. | Kalbermatter, Philipp Aus der älteren Geschichte des Bietschtals In: vol. 56, pp. 18-38, Geschichtsforschender Verein Oberwallis, 2024. @incollection{nokey,
title = {Aus der älteren Geschichte des Bietschtals},
author = {Philipp Kalbermatter},
year = {2024},
date = {2024-08-28},
volume = {56},
pages = {18-38},
publisher = {Geschichtsforschender Verein Oberwallis},
series = {BWG},
abstract = {Das Bietschtal erstreckt sich von der majestätischen Pyramide des Bietschhorns in südlicher Richtung bis nach Raron. Es ist zuhinterst recht breit und verengt sich nach unten schluchtartig. Hier existierte im Mittelalter eine stattliche Alpe, deren Betrieb im Alpstatut von 1409 geregelt war. Sie wurde seit dem 17. Jahrhundert trotz einiger Wiederbelebungsversuche nur wenig genutzt und heute kaum mehr. Der folgende Beitrag ist ein chronologischer Streifzug in zwölf Kapiteln durch die ältere Zeit von 1233 bis 1688, wobei oft ein historisches Dokument den Ausgangspunkt bildet. Die Bietschalpe gelangte 1250 an den Bischof von Sitten, der sie gegen einen Zigerzins dem Grundviertel (Gemeinde) Raron vorerst zu Lehen gab und schliesslich 1564 verkaufte. Archivalische Quellen bezeugen, dass der äussere Teil des Tals schon im 13. Jahrhundert bewohnt war, was durch neueste Wüstungsforschungen bestätigt wird. Regelmässig zur Sprache kommen verschiedene Wasserleitungen, die nach Ausserberg, St. German oder Raron führen, sowie die Streitigkeiten zwischen Raron und den Bewohnern von Leiggern bei Ausserberg, die im Frühling ihre Tiere an der Ostflanke des Bietschtals weiden lassen durften. Der Beitrag schliesst mit der Schlichtung dieses Streites im Jahre 1688. Heute ist die Alpe im Bietschtal im Besitz der Burgerschaft Raron.},
keywords = {Regional- und Lokalgeschichte, Westlich Raron},
pubstate = {published},
tppubtype = {incollection}
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Das Bietschtal erstreckt sich von der majestätischen Pyramide des Bietschhorns in südlicher Richtung bis nach Raron. Es ist zuhinterst recht breit und verengt sich nach unten schluchtartig. Hier existierte im Mittelalter eine stattliche Alpe, deren Betrieb im Alpstatut von 1409 geregelt war. Sie wurde seit dem 17. Jahrhundert trotz einiger Wiederbelebungsversuche nur wenig genutzt und heute kaum mehr. Der folgende Beitrag ist ein chronologischer Streifzug in zwölf Kapiteln durch die ältere Zeit von 1233 bis 1688, wobei oft ein historisches Dokument den Ausgangspunkt bildet. Die Bietschalpe gelangte 1250 an den Bischof von Sitten, der sie gegen einen Zigerzins dem Grundviertel (Gemeinde) Raron vorerst zu Lehen gab und schliesslich 1564 verkaufte. Archivalische Quellen bezeugen, dass der äussere Teil des Tals schon im 13. Jahrhundert bewohnt war, was durch neueste Wüstungsforschungen bestätigt wird. Regelmässig zur Sprache kommen verschiedene Wasserleitungen, die nach Ausserberg, St. German oder Raron führen, sowie die Streitigkeiten zwischen Raron und den Bewohnern von Leiggern bei Ausserberg, die im Frühling ihre Tiere an der Ostflanke des Bietschtals weiden lassen durften. Der Beitrag schliesst mit der Schlichtung dieses Streites im Jahre 1688. Heute ist die Alpe im Bietschtal im Besitz der Burgerschaft Raron. |